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There’s a Man in a Smiling Bag
Heiner Franzen, Philip Grözinger, Lou Hoyer, Fee Kleiß, Kata Unger, Marlon Wobst
Opening on May 21st at 5 pm, 2026
Curation: Fee Kleiß & Philip Grözinger
The gallery’s new show gathers six artists from Berlin under the title There’s a Man in a Smiling Bag—a reference to one of the three clues given by a strange gentle giant to an FBI agent in episode 1, season 2 of David Lynch’s famous Twin Peaks. This quotation emphasises the six artists’ common feature: an approach tinged in mystery.
Drawing both from pop culture references and from mythological figures, the works brought together in this exhibition weave a sort of ever-changing tale through time and dimension. Shifty characters, transfigured bodies, organic flesh, and crude movements spread through the exhibition like ghosts. As a mirror of both the fragility of time and of its flexibility, There’s a Man in a Smiling Bag offers a breach, an anarchic space continuum, where systems collapse and new meanings rise to the surface. The six artists’ voices go beyond certainties to let the bizarre speak. Through a multitude of media and techniques —tapestry, oil, metal, plexi, paper, textile, and video—, the sensitive materiality of the works fills the gallery space with a playful darkness, moving its viewers to a particularly unique atmosphere, both apocalyptic and enchanting. Full of literary, pictorial, and cinematographic references also, each work harbours multiple layers to dig through, to unveil the mystery (maybe).
DE: Die neue Ausstellung der Galerie vereint sechs Berliner Künstler unter dem Titel „There’s a Man in a Smiling Bag“ – eine Anspielung auf einen der drei Hinweise, die ein seltsamer, sanfter Riese einem FBI-Agenten in der ersten Folge der zweiten Staffel von David Lynchs berühmtem Twin Peaks gibt. Dieses Zitat unterstreicht die Gemeinsamkeit der sechs Künstler: eine von Mysterium durchdrungene Herangehensweise.
Die in dieser Ausstellung präsentierten Werke schöpfen sowohl aus Popkultur-Referenzen als auch aus mythologischen Figuren und weben eine Art sich ständig wandelnde Geschichte durch Zeit und Dimension. Unbeständige Charaktere, verwandelte Körper, organisches Fleisch und rohe Bewegungen durchziehen die Ausstellung wie Geister. Als Spiegelbild der Zerbrechlichkeit und zugleich der Flexibilität der Zeit bietet „There’s a Man in a Smiling Bag“ einen Bruch, ein anarchisches Kontinuum des Raumes, in dem Systeme zusammenbrechen und neue Bedeutungen an die Oberfläche treten. Die Stimmen der sechs Künstler gehen über Gewissheiten hinaus und lassen das Bizarre sprechen. Durch eine Vielzahl von Medien und Techniken – Wandteppiche, Öl, Metall, Plexiglas, Papier, Textilien und Video – erfüllt die sensible Materialität der Werke den Galerieraum mit einer spielerischen Dunkelheit und versetzt die Betrachter in eine einzigartige, zugleich apokalyptische und bezaubernde Atmosphäre. Jedes Werk ist reich an literarischen, bildnerischen und filmischen Anspielungen und birgt mehrere Ebenen, die es zu entdecken gilt, um das Geheimnis (vielleicht) zu lüften.
The gallery is open Tuesday to Saturday from 12 p.m. to 7 p.m or on appointment.
48, rue de Turenne
75003, Paris, France
T. +33 (0)1 42 76 00 33
7. Mai bis 16. August 2026
SOFT STRUCTURES – Textil als künstlerisches Prinzip
Vernissage: 7. Mai um 19 Uhr
Gala Adam, Nándor Angstenberger, Min Bark, Harald Braun, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Sammlung Bjoern Boettger, Christo und Jeanne-Claude, Edgar Degas, Sammlung Dahme, David Desirò, Hermann Dölger, Tracey Emin, Niko Grindler, Kirsten Hohaus, Justyna Koeke, Nicoline Koch-Lutz, Jeff Koons, Julia Jules Kreutzer, Barbara Kruger, Manuel Knapp, Max Klinger, Lucas van Leyden, Lucia Mattes, Fabian Widukind Penzkofer, Jan-Hendrik Pelz, Kirsten Perleberg, Constanze Raach, Gerhard Richter, Lennart Rieder, Peter Paul Rubens, Sophia Sadzakov, Daniel ME Schaal, Margrit Schulz, Ferreira de Sá, Jessi Strixner, Kata Unger, Das Teppichwerk, Patricia Waller, Ria Wank, Andy Warhol, Judith Wettemann-Ebert, Angelika Wolf
Kurator: Jan-Hendrik Pelz

Mit „SOFT STRUCTURES – Textil als künstlerisches Prinzip“ zeigt das Museum Schloss Untergröningen vom 7. Mai bis 16. August 2026 eine Ausstellung, die textile Strukturen als zentrales künstlerisches Ausdrucksfeld untersucht. Historische und zeitgenössische Positionen treten in einen Dialog und machen sichtbar, wie Textil heute nicht nur als Material, sondern als eigenständiges ästhetisches und kulturelles Prinzip verstanden wird. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus unterschiedlichen Medien – von gewebten, genähten und geknüpften Textilarbeiten über Skulpturen und Installationen bis hin zu malerischen Positionen mit textilem Bezug. Im Zentrum steht ein erweitertes Verständnis von Textil: als Gefüge aus Linien und Flächen, als Oberfläche und als Verbindung zwischen Körper, Raum und Bild. Neben zeitgenössischen Positionen werden auch ausgewählte historische Arbeiten gezeigt, die in konzentrierter Form wesentliche Entwicklungslinien textiler Kunst sichtbar machen. Sie eröffnen einen Blick auf die Transformationen textiler Praktiken und deren Fortwirken in aktuellen künstlerischen Ansätzen. Der Titel „Soft Structures“ verweist auf eine bewusste Verschiebung des Materialbegriffs. Die Ausstellung umfasst nicht nur Arbeiten aus Stoff, Garn oder Faser, sondern auch Werke, die textile Qualitäten in andere Medien übertragen. Dazu zählen malerische Darstellungen von Draperien und Faltenwürfen ebenso wie illusionistische Oberflächen oder Positionen, die sich mit Weichheit, Flexibilität und Materialität auseinandersetzen. Textile Strukturen werden dabei als grundlegendes ästhetisches und kulturelles Prinzip lesbar: als Träger von Geschichte, Arbeit und Identität. In der zeitgenössischen Kunst erfahren textile Materialien derzeit eine neue Aufmerksamkeit – nicht als nostalgische Rückkehr des Handwerks, sondern als präzises Medium zur Verhandlung von Fragen nach Körper, Geschichte, Materialität und gesellschaftlichen Strukturen. „SOFT STRUCTURES – Textil als künstlerisches Prinzip“ versteht sich als Überblick und Standortbestimmung zugleich und macht textile Praktiken als zentrales Ausdrucksfeld aktueller Kunst sichtbar.
Museum Schloss Untergröningen, Kunstverein KISS e.V., Schloss Untergröningen, 73453 Abtsgmünd-Untergröningen
Feuer in der Kunst
10. Mai bis 29. Juni 2026
Vernissage: 10. Mai 2026, um 14 Uhr
Dorit Bearach, Andrea Engelmann, Peter Herrmann, Kerstin Hoffmann, Katrin Kampmann, Kai Klahre, Helge Leiberg, Maria Lucchese, Erik Mai, Luise Makarov, Ernst j. Petras, Hans Scheib, Helmut Senf, Reinhard Stangl, Erika Stürmer-Alex, Hannelore Teutsch, Kata Unger
Kuratorin: Anke Zeisler

Blaues Feuer auf goldenem Grund – im Bild von Dorit Bearach ist Schokolade im Spiel, während in Helge Leibergs Trost durch Schokolade, einer Reminiszenz an das Schokoladenmädchen des Genfer Malers des 18. Jahrhunderts Jean-Étienne Liotard, die Luft brennt. In ihrem Schein glüht Reinhard Stangls unbekannte – neue? – Welt, die sich längst formiert durch und in Medien wie Instagram mit seinem fire square im App-Logo, das Ernst J. Petras in einer raumgreifenden Bodenplastik mit unzähligen Hashtag-Formen aus Stahl rot glühend installiert hat. Zwischen Malereien vom Erden-Feuer (Erika Stürmer-Alex) und rotem Himmel (Andrea Engelmann) schweben Bahnen aus zartem Vlies, Fine Art Prints aller vier Elemente von Maria Lucchese. Wie lebendige, bewegliche Wesen verbinden sie sanft Oben und Unten, Himmel und Erde im Kirchenraum. Helmut Senf feiert das meditative Moment in seiner konstruktiv-konkreten Malerei als Paradoxon mit aufregend rot leuchtenden Farben. Zur Feier gehört auch das Essen, ein Döner… flambiert etwa in Peter Herrmanns Malerei oder in der Wiesenküche vorm Birkenwäldchen im Bild von Luise Makarov, wo das Feuer nicht unter, sondern in der Pfanne brennt. Wie ein Ausrufezeichen steht Erik Mais Vier-Meter-Zündhölzchen. Es erinnert an seinen massenhaften Verbrauch, der den Wald (Hannelore Teutsch) schwächt. Von seiner immer noch gegenwärtigen Schönheit erzählt Kerstin Hoffmann in ihrem Fotodruck eines Roteichenblattes, goldene Asche. In seiner ästhetischen Verfremdung wird es zum Sinnbild von Hell und Dunkel, Sonnenlicht und nächtlicher Glut. In der beeindruckenden acht Meter großen Holzskulptur von Hans Scheib stürzt Phaethons Sonnenwagen auf den Boden der St. Marienkirche. Und Kata Unger legt mit ihrem prachtvollen, gewebten Bild ein rätselhaftes und vielsagendes Feuerchen im Hôtel-Dieu.
Das Feuer ist Metapher für die Liebe in Katrin Kampmanns flammender Malerei eines Paares und ist schließlich Sinnbild für die Kunst selbst – ein heilig glühendes Herz in Kai Klahres Malerei-Objekt.
Zur Eröffnung der Ausstellung improvisiert Søren Gundermann vier Feuerminiaturen für Piano solo.
St. Marienkirche
Oberkirchplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder)
geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr
CATCH-22. Das große Ganze und ich
Kata Unger
3.3.—19.5.2024
Kuratiert von Ulrike Kremeier
Unterschiedliche Kunstgeschichten und Bildsprachen miteinander verknüpfend, oszilliert das Werk der in Berlin lebenden Künstlerin zwischen zeitgenössischem Dada und zeitlosem Rebellentum.
Kata Ungers Kunstwerke entstehen meist am Hochwebstuhl, denn sie schafft klassische Bildwirkerei. Der Bildteppich ist zugleich Bildträger, Bildfläche und Bild. Die Wolle- oder Seidenfäden, Kette wie Schuss, werden von Kata Unger selbst gefärbt und verwebt. Der Bildplan entwickelt sich aus senkrechten und waagerechten Linien. Das Bild ist vorn und hinten gleich, nur spiegelverkehrt. Die Künstlerin arbeitet ohne eins-zu-eins Kartonvorzeichnung. Das Medium Bildteppich bedeutet für Kata Unger festgeschriebene Zeit. Es gibt einen Anfang und ein Ende. Das Weben ist für sie eine Technik der Bilderzeugung und zwar in einem System, das dem binären System der Computersprache, null und eins, entspricht.
Combining different art histories and visual languages, the Berlin-based artist’s work oscillates between contemporary Dada and timeless rebellion. Kata Unger’s (born 1961 Berlin) iconography draws from art (history) as well as popular culture and the media world. In particular, the complex, mostly large-format tapestries woven from wool are poetic, yet critical reflections of reality that create their own fantastic worlds and are characterized by their sensual form and materiality.
Kata Unger’s works of art are mostly created on the high loom because she creates classic picture weaving. The tapestry is at the same time an image carrier, image surface and image itself. The wool or silk threads, warp and weft, are dyed and woven by Kata Unger herself. The picture plan develops from vertical and horizontal lines. The image is the same front and back, just mirrored. The artist works without a one-to-one cardboard drawing. For Kata Unger, the medium of tapestry means fixed time. There is a beginning and an end. For her, weaving is a technique for creating images in a system that corresponds to the binary system of computer language, zero and one.
German Angst
14.- 26.8. 2021
Kata Unger

The scenes that open up before the viewer in the large-format weavings of Berlin-based artist Kata Unger seem dystopian. Futuristic-looking combat androids meet baby seals, a monkey creature drifts on a surfboard among the remains of a civilisation that does not care about the environment or fauna. The eye drifts along, trying to orient itself, concentrating alternately on colours, forms and motifs.
Kata Unger’s pictorial landscapes are created on the high loom. The artist dyes wool and silk threads herself and turns them into impressive tapestries that magically combine this ancient technique of weaving with both highly topical themes and an aesthetic influenced by computer games and media imagery. However, it is not only on an aesthetic level that themes such as technologisation and digital worlds play a role in Unger’s works. The artist understands the work on the loom as being in direct line with computer technologies that are based on a binary system of zeros and ones. Considering that the first mechanical loom was controlled by punch card, this connection hardly seems surprising. And if you look at Unger’s weaving works up close, it almost seems as if the texture created by weaving corresponds to the dot-like resolution of a computer screen.
The dual system of the textile fabric, warp and weft forming a grid, zeros and ones, man and nature, colour and form, content and message, image and viewer – in this world of binary pairings, Kata Unger nevertheless leaves space beyond binarity, creates it by building a bridge between one of the oldest techniques in human history and a fearful vision of a technologised world in which loss of control, surveillance fantasies and fragmentation seem to make building such bridges impossible. Whether we allow ourselves to be carried away by German Angst, or see this connection as an opportunity to free ourselves from the fear provoked by binary, exclusionary systems, is ultimately left up to the viewers of Kata Unger’s works.
Text: Elsa Mack
BARK BERLIN GALLERY, ( Jetzt Verena Kerfin Gallery) Berlin, DE
E-Zone
5 Sep – 13 Oct 2018
Kata Ungers Bildteppiche entwickeln ungeheure Pracht, sind Objekt, Zeichnung und Malerei und man möchte meinen, dass hier im Überschreiten aller Kategorien so etwas wie Synchronizität repräsentiert wird.
Nehmen wir zum Beispiel den 200 x 180 cm großen Teppich E-Zone. Wir sind sofort überwältigt von den leuchtenden Farben, studieren das Affenwesen auf dem Surfbrett, lassen die Augen mit der Fließrichtung des Wassers gleiten, versuchen Gegenstände zu erkennen … befinden uns mitten drin in der dargestellten Welt. Und wenn wir ein kleines Bisschen die Setzungen und Inhalte hinterfragen, dämmert uns Betrachtern, dass die dargestellte Szenerie mitnichten einer drolligen Märchenwelt entspringt und wir haben eine Ahnung, hier spielt die Tragödie von Agbogbloshie in Ghana mit, der größten Deponie für Elektroschrott aus Deutschland in Afrika … am Ufer der ehemals traumhaften Korle-Lagune. Huch, alles so schön bunt hier : eine Groteske ! Und der kleine geschminkte Affe mit der Perlenkette, den es vermutlich von einer antiken Drehorgel herunter an diesen furchterregenden Ort gespült hat, schaut unsicher und skeptisch, wartet erst mal ab.
Ungers Zeichnungen entstehen während der Arbeit am jeweiligen Teppich, sind eigenständige Werke und stellen doch immer wieder inhaltliche und formale Bezüge zu den komplexen Bildteppichen her. Aus den senkrechten und waagerechten Wollpixeln entstehen nicht nur perspektivische Räume, sondern regelrechte Denkräume. Eingewebte abstrakte Begriffe sind nicht nur Materialität des Wortes sondern Referenzialität neuer Diskurse. Elegant surft Kata Unger zwischen Poesie und Computersprache, Philosophie und medialer Überflutung. Das Wesen ihrer Kunst ist die Verbindung einer wachen, rebellischen, freien Haltung und der hoch ästhetischen Umsetzung intellektueller, theoretischer und sehr vielschichtiger Inhalte -analog und zugleich gepixelt, mit selbst gefärbter Wolle.
Kata Unger’s tapestries develop tremendous splendor, are object, drawing and painting and one would like to think that here in the crossing of all categories something like synchronicity is represented.
Take, for example, the 200 x 180 cm E-Zone rug. We are immediately overwhelmed by the bright colors, study the monkey creature on the surfboard, let the eyes glide with the direction of the water, try to spot objects … we are in the middle of the depicted world.
And when we question a little bit the poses and contents, it dawns on us observers, that the represented scenery does not originate from a droll fairytale world and we have an idea, this is the tragedy of Agbogbloshie in Ghana, the largest landfill for electronic waste from Germany in Africa … on the banks of the once enchanting Korle Lagoon. Oops, everything is so colorful here: a grotesque! And the little make-up monkey with the pearl necklace, which has probably been washed down from an antique street organ to this fearsome place, looks uncertain and skeptical, waiting for the first time.
Unger’s drawings are created while working on the respective carpet, are independent works, and nevertheless produce contentual and formal references to the complex tapestries. The vertical and horizontal wool pixels not only create perspective spaces, but also literally thought spaces. Woven abstract terms are not just the materiality of the word but the referentiality of new discourses.
Kata Unger elegantly surfs between poetry and computer language, philosophy and media flooding. The essence of her art is the combination of an awake, rebellious, free attitude and the highly aesthetic implementation of intellectual, theoretical and very complex contents, analog and pixelated on the same time, with self-dyed wool.
ANNA KLINKHAMMER GALERIE, Düsseldorf, DE
Das Chinesische Zimmer
7.12.2016 bis 15.1.2017
Lisa Tiemann | Kata Unger
Installation und Bildteppiche
Eine Ausstellung des Frauenmuseum Berlin e.V. in Kooperation mit der Kommunalen Galerie Berlin
Eröffnung: Dienstag, 6.12.2016 | 19 Uhr
Begrüßung
Elke von der Lieth | Kommunale Galerie Berlin
Rachel Kohn | Frauenmuseum Berlin e.V.
Einführung
Luise Pilz | Kunstwissenschaftlerin und Autorin
Das Chinesische Zimmer
Homunculus in der Rechnerwolke ist endlich gottgleich und meistert die Prädiktion.
Versteigt sich in holistischen Äußerungen, ordnet die Zeichen nach fallenden Wahrscheinlichkeiten.
Steht im visionären Überdruck einer diskreten, gedächtnislosen Quelle, gewinnt aus verrauschten Daten zuverlässige Ergebnisse. Kurzum, er rechnet, bis Erwartungswert und Varianz übereinstimmen und Momente höherer Ordnung vernachlässigt werden.
Kata Unger, 2016
Kata Ungers (*1961) Bildteppiche und Zeichnungen stehen in der Tradition des Punk, Dadaismus und lebendiger Subkultur. Ungers Bildteppiche sind zugleich Objekt, Zeichnung und Malerei und repräsentieren im Überschreiten der Kategorien Synchronizität. Die Zeichnungen der Künstlerin entstehen während des Prozesses am jeweiligen Teppich, sind eigenständige Werke und stellen jedoch immer wieder inhaltliche und formale Bezüge zu den komplexen Bildteppichen her. Aus den senkrechten und waagerechten Wollpixeln entstehen nicht nur Räume, sondern regelrechte Denkräume, die aus den Systemen und Strukturen unserer Wirklichkeit entnommen wurden.
Eingewebte abstrakte Begriffe sind nicht nur Materialität des Wortes sondern Referentialität neuer Diskurse. Elegant bewegt sich Kata Unger zwischen Poesie, Computersprache und Philosophie. Das Wesen ihrer Kunst ist die Verbindung der rebellischen Haltung und Freiheit mit intellektuellen, theoretischen und sehr vielschichtigen Inhalten, welche wiederum analog und zugleich gepixelt mit selbst gefärbter Wolle hoch ästhetisch umgesetzt werden. Die in der Ausstellung »Das Chinesische Zimmer« gezeigten Bildteppiche »CrackMe oder mein Hirn in der Cloud« und »Die Prognostiker« sind eine ironische Auseinandersetzung mit den Begriffen Singularity und Futologie. (Sabine Elsner)
Future Investment
30.10.2015 bis 06.11.2015
Wir veredeln unsere modernisierungsresistenten Räume mit einem handgewebten Bildteppich der Künstlerin Kata Unger und denken heute schon an morgen. Aus aktuellem Anlass:
*Future Investment
Eine Ausstellung von Kata Unger
Ausstellungseröffnung am Freitag, 30.10.2015 um 20 Uhr
geöffnet Freitags ab 20 Uhr und Sonntag, 01.11.2015 von 14- 19 Uhr

Wie ist eigentlich die aktuelle Marktlage für Bildteppiche mit eingewebter Systemkritik? Kata Unger könnte es wissen. Die Berliner Künstlerin vermisst den Zustand der Welt mittels eines Wollfadens. In monatelanger Handarbeit fertigt sie Teppiche an, deren durchaus gegenständlichen Motive alle Zeichen der Zeit beinhalten: Firmenlogos, Schriftfragmente, Selbstmordattentäter und Schampusflaschen bevölkern ihre wandfüllenden Bildobjekte, flimmern vor dem Auge des Betrachters und verschwinden wieder im Gewirr aus Wolle und Fäden. Die Künstlerin erschafft einen Müllplatz, auf dem alle Bildschnipsel des kollektiven Konsums benutzt und endgelagert werden können. Die sinnliche Materialpräsenz und handwerkliche Klarheit der Teppiche steht dabei in Kontrast zur Auflösung der Bilder und Motive, die je nach Blickwinkel zu Punkten, Flecken oder Farbflächen verschwimmen. Der potentielle Betrachter ist eingeladen seine eigene Distanz zum Kunstwerk zu finden, um im Kampf der farbigen Fäden den Überblick zu behalten. Der potente Investor wird gebeten sich an den Titel der Ausstellung zu erinnern.

Kata Unger lebt und arbeitet im Berliner Wedding. Die Ausstellung *Future Investment ist ihre erste Einzelausstellung im Kulturpalast Wedding International, in dem wir am Freitag einen Trainingsplatz für Selbstmordattentäter als Bildteppich präsentieren dürfen.
